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Healing Memories - Erinnerungen heilen. Das und nichts anderes versucht Akemi zunächst zu erreichen, doch schon bald gerät sie von einem Abenteuer ins nächste, den Jungen, dem sie die schlechten Erinnerungen verdankt, direkt an der Seite und auch die beste Freundin ist nicht weit.

Samstag, 17. November 2012

Guten Morgen ~ o_O

Badum-tsss! Es geht mal wieder weiter, nach elendig langer Pause ^^
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Nebel lag über dem beschaulichen Dorf, das ich mein Heim nannte.

Genauso trüb war auch meine Stimmung. Dass ich mich endgültig von Ren losgemacht hatte, änderte nichts daran, dass ich mir bei diesem furchtbaren Wetter immernoch jemanden wünschte, der mir schon morgens die halb eingefrorene Nasenspitze küsste und mir die Hände wärmte… Nagut, nicht irgendjemand, sondern Ren.

Was läuft bei dir nur falsch?, schimpfte ich mich selbst. Er hat dir das Herz gebrochen, dich per SMS abserviert und du kannst trotzdem morgens nur an… oh.
Während ich so meinen Gedanken nachgehangen hatte, musste ich meine morgendliche Routine mehr oder weniger unbewusst erledigt haben, denn ich stand inzwischen in Mantel, Schal und Beanie im Hausinneren vor der Tür und hatte die Tür geöffnet – nur um in Rens Gesicht zu sehen, der die Hand erhoben hatte und offensichtlich gerade hatte anklopfen wollen. Die verstrubbelte Frisur, die Augenringe und die mehr schlecht als recht zugeknöpfte Jacke hätten ihn eigentlich wie einen Idioten aussehen lassen müssen. Nur blöd, dass Physik oder Mode keinen Einfluss auf Rens Aussehen hatten – verdammt, er sah sogar noch besser aus als sonst! Und da stand ich jetzt, Augen weit aufgerissen und meinen Mund zu einem perfekten O verformt.

Er hatte meinen sprachlosen Blick mal wieder genau richtig verstanden – ich war nicht verwundert, dass er zu dieser Uhrzeit vor meinem Haus auftauchte, ich war sprachlos, weil er schon wieder so eine Anziehungskraft auf mich ausübte – ein überhebliches Glitzern blitzte in seinen Augen auf. Er war sich so sicher, dass er mich wieder zurückbekommen würde.

Umso verdutzter war, als ich aus dem Haus trat, die Tür zuzog und grinsend auf Akira zulief.
„Gibts ja gar nicht, du bist direkt mal früh dran, du Trödlerin!“, sagte ich und umarmte sie.
„Ja da kannst dus mal sehen!“, gab Akira lachend zurück, „Du hättest dein Gesicht sehen sollen!“
Eins musste man ihr lassen: Akira war schnell von Begriff und auch wenn ihr die Fragen schon auf der Seele brannten, spielte sie erst mal brav mit. Akira holte mich schon immer sehr pünktlich ab, um zusammen zur Bushaltestelle zu laufen, aber das wusste Ren ja nicht.

Aber ich hatte die Rechnung nicht mit Ren gemacht. Er kam einfach von hinten (meinem Haus O_O) an und hakte sich zwischen uns beiden unter.
„Ihr zwei seid so witzig wie eh und je.“, grinste er gutgelaunt.
„Ren! Was soll der Schwachsinn? Geh einfach weg.“, motzte ich ihn an.
„Warum so böse?“, erwiderte er mit gerunzelter Stirn
„Soll das ein Witz sein?!“, rief ich empört und beschleunigte meine Schritte, als würde es etwas bringen – wir würden so oder so mit demselben Bus fahren.

Eine Hand hielt mich zurück und ehe ich mich versah, hatte Ren mich einmal herumgewirbelt und ich lag in seinen Armen – keine Chance, ihn nicht anzusehen.
„Es ist kein Witz. Akemi, du kennst die Busverbindungen auf dem Land. Ich habe mich heute Morgen um 5:00 Uhr aus dem Haus geschlichen und bin mit einem  Rufbus hierher gefahren. Nur, um dich heute zu sehen, da du mir in der Schule immer aus dem Weg gehst oder dich mit so vielen andren Leuten umgibst, dass ich kein Wort mit dir reden kann.“
Das erklärte die Augenringe.
„Ach, und du meinst, einmal früh aufstehen reicht und ich werf mich dir wieder an den Hals?“, fauchte ich und besaß – Gott sei Dank – die Gegenwärtigkeit, mich aus seinen Armen zu befreien und im Schlepptau von Akira die letzten Meter bis zur Bushaltestelle zu gehen.

Nur, dass letztere mich mit einem „Klär das endlich!“ dort allein stehen ließ und sich mit den anderen vom frühen Aufstehen gepeinigten Schulgängern unterhielt.
„Akemi--“
„Spar dir den Schwachsinn! Was hast du mir zu sagen? Es war alles nicht so gemeint, du hast ganz zufällig per SMS mit mir Schluss gemacht und du kannst eigentlich nichts dafür? Und da, bei den Chemieräumen, da warst du bestimmt auch nicht schuld, es war einzig und allein das Mädchen, dass DICH geküsst hat, nicht du sie?“
Ich starrte ihn wütend an, ich war zwar kleiner als er, aber es hatte trotzdem die gewünschte Wirkung.


Dachte ich zumindest, bis er sich zu mir runter beugte und seine Lippen auf meine legte. 
Ich konnte es nicht fassen; ich hasste ihn in diesem Moment. Ich hasste ihn dafür, dass er meinen Körper dazu brachte, sich an ihn zu schmiegen, dafür, dass er so verdammt unwiderstehlich war, dafür, dass er im Kuss grinste und wusste, dass er gewonnen hatte und dafür, dass ich erst nachdem wir uns wieder voneinander gelöst hatten, in der Lage war, ihn wegzustoßen und ihm eine Backpfeife zu verpassen, nur um in den Bus einzusteigen, der gerade passend vorfuhr, und ihn zumindest durch ein paar weitere Menschen, die auch einstiegen, von mir zu trennen.

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